LESEZEIT 10

 

So verbindest du Laufen und Meditation.

 

Mit Charlie Dark

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Unser globaler Run Ambassador Charlie Dark gibt Tipps dazu, wie dein nächster Lauf meditativ werden kann, und warum Musik so wichtig für diese Kombination ist.

 

Charlie Darks Ansatz von Meditation spiegelt seine Leidenschaft und seinen gewählten Karrierepfad wider. Der Gründer von Run Dem Crew ist der Meinung, dass es darum geht, den Kopf freizumachen — egal, ob man dabei gerade als DJ die Lieblingstracks auflegt, einen Yogakurs leitet oder Frieden bei einem Solo-Lauf oder in einer Gruppe findet.

Die Verbindung? Atmung, Bewegung und — das ist unserem Ambassador am allerwichtigsten — Musik. „Wenn wir wollen, dass sich mehr Menschen mit dem Thema Meditation auseinandersetzen, müssen wir ihnen zeigen, dass es dabei nicht nur um das Stillsitzen im Schneidersitz geht. Laufen oder sich in der Lieblingsplaylist verlieren sind ebenso Formen der Meditation, die nicht in die stereotypische Schublade passen.“

Daher möchte Charlie seine Expertentipps dazu teilen, wie man Laufen mit Meditation verbinden kann. Egal, wie schnell oder langsam du unterwegs bist, er verrät die besten Songs für einen meditativen Rhythmus beim Joggen.

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Wie hast du mit dem Laufen begonnen?

Ich gehe nun seit mehr als 10 Jahren regelmäßig laufen. Es ist ein wichtiger Teil meines Lebens. Ich begann damit, weil ich etwas verändern wollte und nach einem gesünderen Lifestyle strebte. Laufen fiel mir am einfachsten, weil ich kein Freund davon bin, ins Fitnessstudio zu gehen.

Laufen und Meditation scheinen in der Theorie zwei sehr unterschiedliche Aktivitäten, wie verbindest du sie?

Meditatives Laufen unterscheidet sich sehr von den traditionellen Methoden im Sitzen, da du auf dein Umfeld reagieren und deshalb ein gewisses Bewusstsein beibehalten musst. Wenn man versucht, in den meditativen Zustand zu kommen, geht es darum diesen Punkt zu finden, an dem alles einfach erscheint, sodass man Kilometer um Kilometer zurücklegt, ohne es zu merken.

Man sollte sich auf andere Aspekte als das Laufen selbst konzentrieren, wie z. B. Krafttraining, Flexibilität, Ernährung und Hydration. Es ist wichtig, sich mental vorzubereiten. Diese Dinge helfen dem Körper, den Lauf in optimalem Zustand zu beginnen, wodurch sich das Laufen gleich viel einfacher anfühlen wird.

Musik ist ebenfalls wichtig. Viele Leute mit einem Fitness-Hintergrund sind der Meinung, je schneller und lauter die Musik, desto schneller und stärker läuft oder trainiert man. Doch als Musiker oder DJ weiß man, dass ein ruhiger Track richtig große Auswirkungen haben kann. Es geht dabei nicht um Tempo oder Stimmung. Ich laufe zum Beispiel oft zu klassischer Musik oder Disco-Songs.

Wie fühlt sich der meditative Zustand für dich an, wenn du läufst?

Es fühlt sich an wie nichts — mühelos, als ob man ewig weiterlaufen könnte. Natürlich bin ich mir meiner Umgebung bewusst, doch das laufen fühlt sich natürlich und effizient an, alles ist im Einklang.

Wie lange hat es gedauert, bis du an diesem Punkt angelangt bist?

Ich musste an vielen Dingen arbeiten, um zu diesem Punkt zu kommen. Laufen ist etwas ganz Natürliches für uns, daher betrachten wir einige Elemente davon als ganz selbstverständlich. Wenn wir z. B. vom Laufen reden, geht es dabei normalerweise um die physische Bewegung und nicht darum, was dein Kopf, deine Arme oder deine Füße tun. Die Unterhaltung dreht sich um Fragen wie: wie weit kann ich laufen? Wie schnell kann ich laufen? Das ist für mich nicht meditativ, sondern auf die Fitness-Watch schauen.

 

„Ich meditiere, weil mich die Welt, die Stadt und die Umgebung, in der ich lebe, ständig herausfordern — Meditation erlaubt es mir, meine Antworten und Reaktionen darauf, was mich in der Welt erwartet, besser zu kontrollieren.“

 

Bei Run Dem Crew geht es um die Community. Ist es möglich, einen meditativen Zustand als Gruppe zu erreichen, wenn es doch normalerweise etwas ist, das man alleine tut?

Auf jeden Fall. Einige meiner besten Meditationen fanden in großen Gruppen statt. Wenn man mit anderen zusammen läuft, ist das ultimative Ziel, an den Punkt zu gelangen, an dem alle denselben Rhythmus haben: beim Atmen und beim Laufen. Es ist eine kollektive Mentalität. Ich sage immer, dass die besten Läufe dann geschehen, wenn man sich wohl dabei fühlt, sich unwohl zu fühlen.

Welchen Rat würdest du Skeptikern geben, die weder ans Laufen noch an Meditation glauben?

Erstelle eine Playlist auf Spotify mit deinen Lieblingssongs und höre der Musik bewusst zu. Das ist ein guter Anfang. Als DJ in Clubs sehe ich ständig Leute meditieren, es wird nur nicht so genannt — wir nennen es Raving. Ich denke, Musik hat mehr Macht als wir denken und kann wirklich helfen.

Und setze dir keine unrealistischen Ziele. Anstelle direkt eine halbstündige Meditation zu versuchen, probier es für eine Minute aus. Wenn sich das gut anfühlt, erhöhe auf zwei Minuten und so weiter. Es ist genau wie beim Laufen. Auch da beginnt man mit einem schnellen, 10-minütigen Spaziergang, um den Körper an die Bewegung und die Umgebung außen zu gewöhnen. Irgendwann wird der Spaziergang zu einem langsamen Lauf und über die Zeit steigert man Tempo und Strecke.

Warum findest du, dass Meditation vor allem in der heutigen Welt so wichtig ist?

Meditation sollte ein wichtiger Bestandteil der allgemeinen Gesundheit sein, vor allem, da wir gerade eine Pandemie durchstehen, die unsere Zukunft so unsicher gestaltet hat. Ich meditiere, weil mich die Welt, die Stadt und die Umgebung, in der ich lebe, ständig herausfordern — Meditation erlaubt es mir meine Antworten und Reaktionen darauf, was mich in der Welt erwartet, besser zu kontrollieren.

Meditation hilft auch mit Angstzuständen und Stress. Die Menschen haben kein Problem damit, Medizin und Pillen zu nehmen, doch sie sind nicht gewillt sich mit ihrem Geist auseinanderzusetzen. Vor allem bei der jüngeren Generation ist dies unglaublich wichtig. Eine Pandemie ist zu den besten Zeiten schwer. Für Erwachsene ja, doch für junge Leute noch mehr. Wenn einem 18-Jährigen sein ganzes Leben lang gesagt wurde, dass ihm oder ihr mit guten Schulnoten und einer guten Bildung die ganze Welt offen steht, erschüttert so eine Pandemie schnell das Weltbild. Die Welt wurde plötzlich um ein Vielfaches kleiner. Meditation, egal in welcher Form, kann uns dabei helfen, mit dieser Ungewissheit klarzukommen.

Wie können wir Meditation, in all ihren Formen, zugänglicher machen?

Mit Run Dem Crew habe ich eine Plattform geschaffen, die das Laufen zugänglicher macht, doch Meditation ist schon schwieriger. Die Gesundheitsbranche ist nicht sonderlich offen für Veränderungen, was es schwer macht, die Leute mit neuen Ansätzen zu erreichen. Wenn es nur für Personen zugänglich ist, die es sich leisten können und darüber informiert sind, reicht das nicht aus.

Doch es gibt so viele verschiedene Arten der Meditation — wie Laufen und Musik — die nur nicht unter den stereotypischen Oberbegriff fallen.

Abgesehen vom Laufen, wie meditierst du sonst?

Beim DJing. Es ist das beste Gefühl der Welt. Ich nehme andere Leute durch Musik mit auf eine Reise, die voller Glück, Zufriedenheit und Freiheit ist. Während des Lockdowns hat mir das viel geholfen —es war ein wahrer Lebensretter. Mit all dieser Unsicherheit im Moment versuche ich Menschen zu motivieren, ihre Leidenschaften neu zu entdecken, vor allem die aus der Kindheit.

Und zu guter Letzt, was sind deine aktuellen Top 5 Songs zum Laufen?

- „Running“ von Gil Scott-Heron

- „Occasions“ von Jogging House

- „Sincere – Jazzanova Sincerely Yours Remix“ von MJ Cole, Jay Dee, Nova Caspar, Jazzanova

- „Running Away“ von Roy Ayers

- „It’s Alright, I feel it! – M.A.W. 12“ Mix von Nuyorican Soul

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Charlie Dark ist globaler lululemon Run Ambassador, DJ, Mentor, Yogalehrer, Dichter und Gründer des bekannten Laufclubs Run Dem Crew.

 

@daddydarkrdc

@run.dem.crew