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Darum ist Lachen die beste Medizin

 

Mit Lotte Mikkelsen 

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Lachtherapeutin Lotte Mikkelsen erklärt, warum Lachen tatsächlich gut für die Gesundheit ist und wie man es zu Hause ausprobieren kann.

 

Lotte Mikkelsen sieht das Leben als einen absoluten Spaßvogel — und das aus gutem Grund. Sie ist Lachtherapeutin und Lachyoga-Lehrerin, was bedeutet, dass sich ihr Alltag um die physischen und psychologischen Vorteile des Lachens und Kicherns dreht.

„Für mich ist Lachen einfach loslassen und zeigen, wer man wirklich ist,“ sagt sie. „Das Schöne daran ist, dass jeder Zugang dazu hat. Wenn man sich dafür entscheidet zu lachen, entscheidet man sich auch automatisch für die gesundheitlichen Vorteile, die damit verbunden sind. Lachen bringt einem fundamentale Freude und erinnert daran, was man im Leben alles erreichen kann.“

In diesen schwierigen und ungewissen Zeit klingt das doch ziemlich verlockend, oder?

 

Was ist der Unterschied zwischen Lachyoga und Lachtherapie?

Lachyoga ist eine physische Art zu lachen. Diese Praxis ist sehr zugänglich und jeder kann selbst Zuhause Lachyoga machen. Lachtherapie ist ein Prozess, der etwas tiefer geht und am besten mit einem ausgebildeten Therapeuten angegangen wird. Lachtherapie basiert auf Psychotherapie und die Idee ist es, in den Schmerz hinein zu lachen.

 

Was sind die fünf Hauptvorteile des Lachens?  

1.Es macht in wenigen Minuten bessere Laune, da das Glückshormon Endorphin freigesetzt wird. Selbst wenn man sich gerade in einer schwierigen Situation befindet, kann es sich auf positiv auf den Gemütszustand auswirken.

2. Es mindert Stress, was wiederum das Immunsystem stärkt. In Studien hat man herausgefunden, dass Endorphine Stresshormone wie Cortisol unterdrücken. Unser Immunsystem, unsere Verdauung, unser Reproduktionssystem und vieles mehr sind von Stress geplagt.

3. Es hilft uns, frische Luft in unseren Körper und zu den lebenswichtigen Organen zu bringen und alte Luft auszustoßen. Dadurch fühlen wir uns motivierter und wacher.

4. Es ermöglicht eine Verbindung: wenn man unkontrolliert zu lachen beginnt oder mit jemandem Blickkontakt herstellt und anfängt zu kichern, wird Oxytocin im Körper freigesetzt – ein Hormon, welches mit Liebe, Vertrauen und Bindung assoziiert wird. Das ist persönlich natürlich besser, doch es funktioniert auch online. Man muss lediglich offen dafür sein.

5. Man wird belastbarer und einfallsreicher, wenn es darum geht, mit den Höhen und Tiefen des Lebens klarzukommen. Wenn man jeden Tag das Lachen übt, trainiert man sein Gehirn und kreiert neue neuronale Pfade. Es wird zur Gewohnheit, unser bestes, fröhlichstes Selbst zu sein.

 

Wie bekommt man am schnellsten einen direkten Schub Endorphine durch Lachen?

Schau in den Spiegel, hebe den tadelnden Zeigefinger und sage „hahaha, hohoho, hehehe“. Diese drei Laute sind durch ihre bestimmte Bewegung eine wunderbare Gesichtsmuskelübung. Lass die Worte fließen und du fängst vielleicht direkt selbst an zu lachen. Wenn es sich anstrengend anfühlt oder du zu viel dabei denkst, hör damit auf – wenn man denkt, kann man nicht natürlich lachen.

 

Es geht also nur darum, sich zum Lachen zu zwingen?

Es geht eher darum, so zu tun als würde man lachen. Zumindest am Anfang, bis es sich dann irgendwann zu einem natürlichen Lachen entwickelt. Es sollte sich nie anstrengend oder ermüdend anfühlen. Ein tiefes, herzliches Lachen kommt aus dem Bauch, nicht aus der Brust. Es ist ein tolles Workout für den Körper, bei dem das Zwerchfell die Muskeln an den Rippen und am Bauch zusammenzieht.

 

Wie lange sollte man lachen?

Nach etwa 10 Minuten wird ein biochemischer Vorgang ausgelöst und der Körper schüttet einen wundervollen Hormoncocktail voller Endorphin, Dopamin, Serotonin und Oxytocin aus. 10 Minuten hören sich sehr lange an? Dann versuche, eine Minute lang zu lachen und dann eine Minute lang eine Tiefenatmung-Übung zu machen. Es geht darum, eine Praxis zu entwickeln, bei der man seine Gefühle beeinflussen kann.

 

Hast du sonst noch Tipps, wie wir Lachen in unser Leben besser integrieren können?

Versuche den Tag mit Lachen zu beginnen. Wenn du morgens aufstehst, sage „hahaha“ – dies er Laut zieht deine Lip pen automatisch nach oben. Es regt die Glückssensoren in unserem Hirn an und deine Stimmung wird sich verändern. Diese Chemikalien in höherer Dosis helfen uns dabei klarzukommen, egal, was der Tag bringt. Wenn du zu Beginn des Tages gute Laune hast, ist es wahrscheinlicher, dass auch der Rest des Tages gut wird.

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Lotte Mikkelsen lebt in London und arbeitet als Lachtherapeutin, Lachyoga-Lehrerin und Rednerin zu dem Thema. Kurz gesagt, kann man einfach richtig viel Spaß mit ihr haben.

 

@unitedmindthroughlaughter